Bruichladdich liegt am
westlichen Ufer von Loch Indaal. Bis vor einiger Zeit war sie die am weitesten
westlich gelegene Brennerei Schottlands.
Früher hielt diesen Titel. Diesen Titel trägt nun die wiedereröffnete
Kilchoman-Destillerie.
Zwischen diesen beiden Destillerien lag
die Loch Indaal Distillery in Port Charlotte.
Auch diese war zeitweise die westlichste Destillerie Schottlands und ist
mittlerweile geschlossen. Die Warehouses werden von Bruichladdich derzeit für
die stark getorften Fässer (Port Charlotte) verwendet.
Die Destillerie wurde im
Jahre 1881 als Bruichladdich Distillery Co. (Islay) Ltd. von Robert, William und
John Gourlay Harvey gegründet.
Es finden sich noch heute alte Gerätschaften aus dem letzten Jahrhundert auf dem
Gelände.
Bis ins Jahr 1929 wurde Whisky hergestellt, ehe die Produktion für rund acht
Jahre eingestellt wurde.
Zeitweise (1940 – 1949) befand sich die Brennerei auch in amerikanischem Besitz
von National Distillers, ehe sie 1959 zunächst von Ross and Coulter Ltd., 1957
von AB Grant und dann 1968 von Invergordon Distillers Ltd. übernommen wurde.
Diese rüsteten die Brennerei von zwei auf vier Brennblasen im Jahre 1975 auf.
Inzwischen gehörte die
Brennerei jedoch zum Geschäftsbereich der Whyte & Mackay Group Plc. (1993) und
wurde 1995 eingemottet. Im Jahre 2001 erfolgte der Kauf der Brennerei durch die
Fa. Murray McDavid und einigen anderen Kapitalgebern. Als Production Director
konnte Jim McEwan gewonnen werden, ein erfahrener Mann im Whiskyhandwerk.
Der Whisky von Bruichladdich ist ein leichter bis mittelschwerer Malt, der stark
im Gegensatz zu den raueren Malts vom Südufer von Islay steht. Ein Grund mag
das auf dieser Seite der Insel weniger torfige Wasser sein.
Das Wasser stammt aus einer Quelle in den Hügeln und fließt über das Moor.
Außerdem wird das von der Mälzerei in Port Ellen bezogene Malz mit weniger Torf
getrocknet. Im Jahre 2001 wurde erstmals ein stark getorfter Malt gebrannt und
eingelagert. Die Brennerei ist mit vier Brennblasen (2 Wash-Stills mit 23000 l,
2 Spirit-Stills mit 21000 l) ausgestattet und produzierte bisher ca. 2,0 Mio.
Liter im Jahr.
Das Stillhouse befindet sich im westlichen Flügel der Brennerei. Bruichladdich
besitzt nur relativ kleine Brennblasen, die nicht sehr hoch und auch nicht
eingeschnürt sind. Damit wird ein geschmacklich starker Whisky hergestellt,
künftig in den Varianten stark getorft, sehr stark getorft und weniger stark
getorft. Es werden in erster Linie ehemalige Bourbon- und Sherryfässer
verwendet. Mittlerweile wurden diverse Alkoholbrände durchgeführt. Neben dem bis
üblichen wenig getorften Bruichladdich wird ein mittelschwer getorfter (Port
Charlotte) und ein schwer getorfter (Octomore) Spirit in den verschiedensten
Fasstypen eingelagert. Es zeichnet ist bereits heute ab, dass sich der Port
Charlotte sehr gut in Sherryfässern entwickelt.
Weiterhin wurden Destillationen mit ökologisch angebauter , mit auf Islay
angebauter und mit dreifach gebrannter Gerste durchgeführt.
Mit dem neuen 2005er Octomore hält man den Rekord an Torfanteilen (über 80,5 ppm).
Durch den neuen Eigentümer
Murray McDavid wurde das in Whiskykreisen mittlerweile umstrittene Finishen
(Nachreifen in andern Fässern) wieder forciert.
Dadurch ist die Produktplatte von Bruichladdich bzw. Murray McDavid erheblich
angewachsen. Außerdem bietet Bruichladdich neben Arran, Tullibardine und
Kilchoman, Privatleuten den Erwerb von frisch destillierten Fässern an.